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Geduld ist (k)eine Tugend

Was ist wahr und was ist wahrhaftig gut erlernt?


Das erste Türchen. Heut’ zu Tage in unseren online-Räumen, das erste Fensterchen, der erste Reiter oder die erste Seite von vielen. Nicht nur den anvisierten 24 hier. Es sind Impulse, die weiterleben, wirken und neues schaffen, wenn wir sie lassen und mit ihnen im Fluss sind.

Als Kind hatte ich keinen Adventskalender. Das kannte man auf dem Balkan nicht. Der Westen war noch nicht so vorangeschritten mit dieser Entwicklung.. Hätte ich aber einen gehabt, weiß ich, hätte ich gerne alle 24 Türchen auf einmal aufgemacht.


Habe ich doch Bücher teilweise von hinten nach vorne gelesen, weil ich nicht erwarten konnte, wie das Geschehen enden wird. Nachdem das Nervenflattern gestillt war, las ich die Bücher dann auch von vorne nach hinten durch.

Geduld ist (k)eine Tugend.


Viele schreien hier sicherlich auf und sagen „Natürlich ist Geduld eine Tugend!“ und ich sage „Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wenn es eine Tugend wäre, wäre das gut oder schlecht?“


Tugendhaft zu sein bedeutet moralisch, anständig und sittlich zu sein - den geltenden Normen entsprechend.


Lies noch einmal.


Tugendhaft ist ein Mensch, wenn ihr oder sein Leben nach den als sittlich geltenden Normen ausgerichtet gelebt wird.


Damit zeigt sich, dass dieses Konzept von Tugendhaftigkeit eine Variable ist. Denn das was viele hunderte von Jahren als unsittlich angesehen wurde, ist heute nicht der Rede wert. Ebenso ist es abhängig von der Gesellschaft in der wir leben. So sind die weiblichen Knöchel bei weitem kein erotisierendes Körperteil mehr und Männer verneigen sich in aller Regel nicht galant mit ihren Zylinder in der Hand. (Hier ließen sich noch mehr Beispiele anführen, aber dies reicht, um zu verstehen, wie variabel das Konzept „Tugend“ ist.)


Dementsprechend könnten wir schlussfolgern, dass sich unsere Definition von Tugend verändern sollte. Ein Blick in den Duden gibt Folgendes wider:


Tugendhaftigkeit ist eine „sittlich wertvolle Eigenschaft, Aufrichtigkeit und Bescheidenheit“.

Anständigkeit, Integrität, Makellosigkeit, Moral werden als Synonyme aufgeführt.


Die Moral von der Geschicht’: Tugendhaftigkeit gibt es so nicht.


Die Wortherkunft ist dagegen viel interessanter, denn sie entstammt dem althochdeutschen Wort aus dem 10. Jhd. „taugen“, was so viel wie Tauglichkeit, Brauchbarkeit oder Kraft bedeutet.


Nun, es gibt bestimmt einige gute Gründe, sich die Kirsche der Sahnetorte bis zum Schluss aufzuheben, insbesondere bei dem prägenden Glaubenssatz:


„Vorfreude ist die schönste Freude“.


Damit lasse ich dich heute mal nach innen gehen.

Was ist wahr und was ist wahrhaftig gut erlernt?

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